Wenn man die Bibel liest, sitzt einem ja fast automatisch eine bestimmte „Brille“ auf der Nase. Zum Beispiel die „Wissenschaftsbrille“. Durch sie misst man alles am aktuellen Stand der Wissenschaft.
Oder die „Logikbrille“; man versucht die einzelnen Aussagen im eigenen logischen Denksystem unterzubringen.
Es gibt auch verschiedene theologische Brillen. Katholiken, Charismatiker, Lutheraner, Calvinisten, Feministen, Baptisten – alle lesen die Bibel mit bestimmten „Vor-Urteilen“ und man interpretiert automatisch das Gelesene innerhalb des eigenen Rahmens. Das kann man gar nicht total vermeiden.
Wenn einem das bewusst ist, kann man mal versuchen sich beim Lesen extra eine bestimmte Brille aufzusetzen. Ich finde es zur Zeit interessant die Bibel mit der „Beziehungsbrille“ zu lesen. Ich lese alles unter dem Aspekt „Beziehung“. Was sagt die Bibel über die Beziehungen Gott – Mensch, Mensch – anderer Mensch, Mensch zu sich selbst?
Frage: Ist es überraschend, wenn man feststellt, dass die Bibel eigentlich über gar nichts anderes redet? Im Grunde hat alles irgendwie mit einer dieser drei Beziehungsebenen zu tun. Noch dazu sind alle auch miteinander untrennbar verwoben.
Das Übel beginnt mit der tragischen Auflösung des Miteinanders durch den Sündenfall, und der Rest der Bibel beschreibt dann, wie diese Beziehungen wieder hergestellt werden können.
Fast könnte man meinen jedes Wort zuviel, das nicht diesem Zweck dient, wird vermieden.
Was zählt sind nicht Methoden, nicht Programme oder Visionen, sondern Personen.
Erfolg wird definiert über Versöhnung, nicht über das was herausragt, sondern über das was verbindet.
Wer sich um das Gelingen von Beziehung bemüht kann eigentlich im Sinne der Bibel gar nicht falsch laufen.
2 Kommentare:
Hallo,
finde diesen Post ganz interessant, lese naemlich grad ein Buch zum Thema: Geschaedigtes Leben heilen von M.u.D. Linn, SJ.
Die Bibel unter diesem Aspekt zu lesen finde ich als sehr fruchtbringend, insofern sich die Qualitaet unseres taeglichen Lebens hauptsaechlich an unseren Beziehungen messen laesst. Genauso schoepfen wir auch die Kraft fuer unser Leben aus gelingenden Beziehungen. Im vorher erwaehnten Buch geht es vorwiegend um die 5 Schritte hin zu echter Vergebung bei Verletzungen aus der Vergangenheit bis hin zur Praevention oder besserem Umgang in der Zukunft plus wie wir anhand des NT lernen koennen, uns zugefuegte Wunden immer mehr aus dem Blick Jesu anzusehen und IHN dadurch immer mehr "anzuziehen"; ein Weg, den wohl jeder Christ berufen ist, zu gehen....
Hallo Angelika,
danke für deinen Kommentar! Ich finde besonders gut, dass du von einem Weg sprichst, denn genau das ist es! Jede Freundschaft ist ein Weg, und das Leben mit Gott ist laut der Bibel ein schmaler Weg und ich kann ihn nicht alleine finden, nur in der Beziehung zu Gott kann er gelaufen werden. Das ist das spannende!
Viel Segen auf deinem Weg und
Liebe Grüsse
Christof
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