Freitag, 7. Oktober 2011

Memento mori

"Mich zu erinnern, dass ich bald tot sein werde, war für mich das wichtigste Werkzeug, das mir geholfen hat, all diese großen Entscheidungen im Leben zu treffen. Denn fast alles – alle äußeren Erwartungen, der ganze Stolz, die ganze Angst vor dem Versagen und der Scham – diese Dinge fallen einfach weg angesichts des Todes und lassen nur übrig, was wirklich wichtig ist. Sich zu erinnern, dass man sterben wird, ist der beste Weg, den ich kenne, um der Falle zu entgehen und zu glauben man hätte etwas zu verlieren. Du bist vollkommen nackt. Es gibt keinen Grund, um nicht seinen Herzen zu folgen."

Inspirierende Worte des verstorbenen Apple-Gründers Steve Jobs. Habe ich schon mal irgendwo gelesen. Ach ja! Psalm 90,12: "Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden." 

 Es gibt dann aber doch einen Unterschied zwischen Jobs und der Bibel.

Jobs: "Und das ist so, wie es sein sollte, denn der Tod ist höchstwahrscheinlich die beste Erfindung des Lebens. Er ist der Vertreter des Lebens für die Veränderung. Er räumt das Alte weg, um Platz zu machen für das Neue. Gerade jetzt seid das Neue ihr, aber eines Tages, nicht sehr viel später, werdet ihr langsam zum Alten gehören und weggeräumt werden. Tut mir Leid, dass ich so dramatisch bin. Aber es ist die Wahrheit."

1. Korinther 15,26: "Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod."

Ich finde den Gedanken, dass der Tod ein notwendiger Segen ist einerseits ansprechend. Denn alles ist im Fluss. Ewigkeit dagegen scheint aus menschlicher Perspektive fast erdrückend, statisch. Nichts kann so gut sein, dass es sich nie abnutzt. Auch nicht der Erfolg von Apple. Es braucht immer wieder Erneuerung. Aber wer sagt, dass es die nicht auch "im Himmel" gibt? Die Bibel beschreibt die Ewigkeit nicht - vermutlich weil sie unbeschreiblich ist.